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Oh man. Eigentlich wollte ich ja mal ein Ende für die Geschichte finden, aber diese Ideen spuken schon seit Jahren in meinem Kopf herum. Also hab ich jetzt doch was davon eingebaut. ^^;; Was hab ich mir da nur wieder eingebrockt? :p
Trotzdem viel Spaß!

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Es war kein Wunder, dass sein Puppy nach diesem Schultag länger brauchte um Einzuschlafen. Er hatte nach Yugis Annäherung verwirrt gewirkt und war den ganzen Nachmittag unruhig gewesen. Was auch immer in seinem Kopf vorging, es gefiel Seto nicht. Immer wieder fragte sich der Brünette, ob der Junge an seinen Freund dachte und warum er sich nicht gewehrt hatte. Dieses Mal hatte er jedoch eine Chance gehabt. Nicht wie bei der Geburtstagsfeier, wo ihn Yugi überrumpelt hatte.

Ja, auch Seto lag erst einmal wach als er sich früher als sonst zu seinem neuen Partner gesellt hatte. Er war extra zeitig von der Arbeit nach Hause gekommen, da auch er selbst unruhig geworden war. Nicht, dass er sich seines Puppys nicht sicher war. Natürlich nicht! Yugi hatte keine Chance gegen ihn. Das war klar. Denn mittlerweile war Seto bewusst, dass sein Hündchen ihn eindeutig liebte.

So wie er sich bei ihrem Date verhalten hatte und wie er seine Nähe suchte, sobald sie sich sahen, gab es da nichts mehr zu leugnen. Und irgendwie befriedigte den jungen Firmenchef das auch. Auch wenn er mittlerweile nicht mehr wusste, was er damit anfangen sollte. Seto hatte erkannt, dass sein Spiel längst den Bach hinunter gegangen war. Da gab es nichts zu jammern. Wenn etwas vorbei war, schloss er es lieber ab. Unnötig daran zu hängen. Und Mokuba würde ihm vermutlich nie verzeihen, wenn sein großer Bruder seinen Puppy jetzt noch so einfach abservieren würde. Was Seto auch gar nicht wollte. Sonst hätte er diese Verbindung nie in Betracht gezogen. Es war praktisch so. Komfortabel und sogar irgendwie angenehm.

Von Liebe war deswegen nicht zu sprechen. Aber sicher von Gewohnheit und gutem Sex. Und was der Blonde empfand konnte ihm ja eigentlich weitgehend egal sein, solange er seine Art nicht verlor und ihm treu blieb.

Abgesehen davon mussten nun erst einmal Yugis Absichten geklärt werden. Eine Ausrede, die Seto nur all zu gelegen kam. Viel zu oft hatte er bereits versucht über seine Gefühlsregungen nach zu denken und näherte sich dabei gefährlich Gedankengängen, die er nicht analysieren wollte.

Über all diesen Gedanken und während er seinen unruhigen Puppy beobachtete, schlief Seto schließlich ein. Doch er hatte keine Ahnung, was sein gefühlsverwirrter Partner kurz darauf träumte…

Stöhnend schlug er die Augen auf und begann sich Stück für Stück von dem trockenen Steinboden aufzurichten. Seine Glieder waren deutlich zu spüren, was er jedoch versuchte zu ignorieren. Er erinnerte sich genau warum er sich so elend fühlte und konnte sich auch ohne sich umzuschauen denken, wo er sich befand. Ob das nun sein Ende war? Zumindest hatte er noch nie von Jemandem gehört, der aus dem Kerker des Pharao entkommen war. Aber einer musste ja der Erste sein, oder nicht?

Er lehnte sich seufzend an die Wand und schloss seine Augen erneut für einen kurzen Moment, bevor er seinen Blick zu den Gitterstäben richtete, die ihm gegenüber so eisern präsent waren.

So verstrich die Zeit ohne dass er sich rührte. Er lauschte nur seinem Atem.

Bis die Sonne untergegangen war und das kleine vergitterte Fenster, durch das ab und an Sand auf den Steinboden rieselte, lange Schatten warf.

Da schabte die dicke Holztür über den sandigen Boden und zwei Wachen traten ein. Er rührte sich nicht, als sie auch das Gitter öffneten und ließ sich von ihnen auf die Füße und hinaus ziehen.

Sein Blick war finster und seine Glieder schmerzten noch immer. Die Wachen, die ihn gefangen hatten, waren sehr unsanft mit ihm umgegangen. Doch er gab keinen Laut von sich.

Erst als sie immer höher stiegen, an der Bedienstetenebene und den großen Sälen vorbei, wurde er aufmerksamer. Wo ging die Reise hin?

Nicht zum Pharao selbst? Zumindest in keinen Audienzsaal. Diese höheren Ebenen waren doch sicher Wohnräume. Was sollte das?
Er hatte alles erwartet nur nicht in diese Höhen gebracht zu werden.

Herr? Wie gewünscht haben wir den Streuner bei uns.“ Sie hatten vor einem dunklen Vorhang, der den Eingang zu einem Raum verdeckte, angehalten und die Wachen strafften sich, als eine dunkle Stimme sie zum Eintreten aufforderte.

Ihm blieb keine Zeit sich auf den Stoß in seinen Rücken vorzubereiten. Daher stolperte er durch den Vorhang und landete unsanft auf dem harten Steinboden. Weitere Schrammen. Hätte es nicht so wehgetan, es wäre schon egal gewesen.

Die Wachen traten hinter ihm ein und kaum hatte er sich auf die Knie hochgestemmt, da spürte er schon eine Hand im Nacken, die seinen Kopf gesenkt hielt. Also stand nun ein Tier von hohem Range vor ihm. So viel verstand er. Doch durch den Griff konnte er nicht einmal dessen Füße sehen. Lediglich seine Worte vernahm er nun.

Das ist er also.“ Eine kurze Pause der tiefen Stimme und er spürte förmlich, wie sein Gegenüber ihn musterte. Was sollte das? Nein, was sollte ER hier? Er hatte mit seinem Tod gerechnet. Niemand stahl dem Pharao etwas und kam davon. Doch stattdessen war er nun hier in diesem Zimmer und wurde begafft, wie ein Tier, dass man am Viehmarkt erstand. Von Jemanden, den er noch nicht mal sehen konnte.

Ich will ihn sehen.“ Keine Sekunde verging, da wurde er auf die Füße gezerrt und die Hand im Nacken griff in seine Haare, um seinen Kopf nun nach hinten zu ziehen.

Solch blaue Augen hatte er noch nie gesehen. Sie waren wunderschön. Und doch so kalt. Dennoch zogen sie ihn sofort in seinen Bann. Sie erwiderten seinen Blick hart und ungerührt. Allerdings auch neugierig.

Wie heißt du?“ Also ob er so Jemanden das sagen würde! Demonstrativ presste er seine Lippen aufeinander, was ihm einen Stoß in die Rippen von einer der Wachen einbrachte.

„Der Hohepriester hat dich etwas gefragt! Antworte gefälligst!“ So. Das war also der berühmte Hohepriester Seth. Die rechte Hand des Pharao. Interessant. Und was wollte der bitte von einem jungen Mann aus dem Armenviertel? Ihn auslachen bevor er hingerichtet wurde?

Ein weiterer Stoß, der ihn auf keuchen ließ, als er immer noch nicht antwortete. Was sollten sie schon tun außer ihn weiter Schlagen? Er war auf den Tot vorbereitet. Was sollte ihm da noch Angst machen? Dennoch schloss er seine Augen. Die Schmerzen wurden so auch nicht besser.

Bringt ihn ins Badehaus. Er soll ordentlich gereinigt werden. Danach soll ihn sich der Mediziner ansehen. Ich will keine weiteren Schläge oder Wunden an ihm sehen. Geht.“

Er wusste nicht, ob er diese Worte richtig vernommen hatte, so schnell wurde er aus dem Zimmer gezogen und wieder nach unten geführt. Aber falls doch, verstand er nun noch weniger als zuvor.

 

Er war müde. Der Kampf im Badehaus hatte ihn ausgelaugt. Aber er hatte sich doch nicht einfach so von fremden Frauen ausziehen lassen und waschen können. Überall hatte ihn der Schwamm berührt. Überall! Das war ja wohl die Höhe! Doch er hatte keine Chance gegen die Übermacht gehabt. So hatte er irgendwann aufgegeben und alles mit sich machen lassen, was diese Fremden für nötig hielten. Obwohl das Einölen nach dem Bad sehr gut getan hatte. Es hatte seine Glieder ein wenig entspannt. Da hatte er schließlich auch die medizinische Untersuchung und Versorgung seiner Wunden ohne weiteren Protest über sich ergehen lassen.

Und nun kniete er wieder hier in diesem Zimmer des Hohepriesters. Es war mitten in der Nacht und er spürte nicht mehr nur seine Knochen sondern auch seine Erschöpfung. Am Liebsten wäre er hier und jetzt umgekippt und an Ort und Stelle eingeschlafen.

Daher nahm er auch gar nicht wahr, wie der Priester das Zimmer betrat und sich vor ihn stellte. Erst als dieser sein Kinn mit den Fingern anhob und ihm ins Gesicht blickte, wurde er sich des Mannes bewusst.

Na das sieht doch schon viel besser aus. Jetzt wirkst du gar nicht mehr wie ein Straßenköter.“ Seine Augen weiteten sich bei dieser Anrede vor Entsetzen und die Müdigkeit wich Wut. Was fiel diesem Priester eigentlich ein!

Mit einem heftigen Klatschen wurden die Finger von seinem Kinn entfernt und er wich zurück. Seine Augen zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen, fixierte er den Hohepriester, der eine Augenbraue hob und sich dann aufrichtet, um seine Arme vor seiner nackten Brust zu verschränken. Erst jetzt sah er, dass der Mann nur einen Leinenrock trug. Keinen Goldschmuck und keine Priesterrobe. Sein braunes Haar saß auch ohne Priesterhaube. Es fiel nur etwas lockerer.

Ist das der Dank dafür, dass ich dich aus dem Kerker geholt und versorgt habe?“ Seine Stimme war rau und ließ ihn eine Abwehrhaltung einnehmen. Der Priester hatte Recht, aber er traute ihm einfach nicht. Immerhin tat ein Adliger so etwas nicht ohne Grund.

Das kannst du dir sonst wohin stecken! Ich bin keiner deiner Schoßhunde!“, blaffte er zurück und presste dann die Zähne aufeinander.

Sieh an, der Köter kann sprechen.“

So dumm wie ihr glaubt sind wir nicht! Nur weil ihr mich gestern erwischt habt, heißt das nicht, dass das das erste Mal war, das ich hier was gestohlen hab!“

Verstehe.“ Der Priester verzog keine Miene und musterte ihn erneut. Was sollte das hier nur? Wieso verdammt war er hier? Was hatte dieser Typ nur mit ihm vor?

Und dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Privatgemächer, ein spärlich bekleideter Mann, er, sauber und frisch…

Sein Herz setzte mindestens für einen Schlag aus. Nein! Das würde er nicht zulassen! Lieber fand er wirklich den Tod!

Panisch wich er also erneut zurück und begann seine Umgebung ab zu suchen. Irgendwohin musste er fliehen können. Ob vor dem Vorhang Wachen standen?

Denk nicht einmal dran. Hier kommst du nicht raus.“ Der Priester schien seine Gedanken erraten zu haben und er biss sich auf die Lippen.

Fass mich ja nicht an!“, drohte er und der Mann lachte auf.

Oh bitte! Das klingt beinah so als würdest du darauf warten. Dazu musst du wohl noch öfter baden. Mit deinem Gossenschmutz lass ich dich sicher nicht in mein Bett, Köter.“

Ich bin kein Köter!“ Ihm blieb nichts anderes übrig als auf dieses letzte Wort zu reagieren. Denn erneut verwirrte ihn der Priester. Für was war er dann hier, wenn sich dieser nicht an ihm vergehen wollte?

Deinen Namen kenne ich immer noch nicht. Also bleibt es bei Köter.“ Das war zu viel. Er war unglaublich verwirrt, fühlte sich gedemütigter denn je und wollte einfach nur noch hier weg. Daher stieß er einen angriffslustigen Schrei aus und stürmte auf den Priester zu. So schnell würden die Wachen nicht reagieren können. Doch er hatte den unbewaffneten Mann unterschätzt. Dieser fing seinen angesetzten Schlag in den Magen gekonnt ab, stieß ihn zur Seite, drehte sich mit und drückte so seinen Arm in seinen Rücken. Er stöhnte auf und bog seinen Rücken zum Hohlkreuz während er auf den Zehen balancierte, um den Schmerzen zu entkommen, was der Brünette nicht zuließ. Er zog ihn dichter vor sich.

Du unterschätzt mich Köter.“ Die Lippen des Anderen streiften sein Ohr und er atmete schwer. Seine Schulter schmerzte tierisch.

Nun hör mir mal zu. Es ist mitten in der Nacht und spätestens jetzt solltest du kapiert haben, dass du hier nicht mehr rauskommst. Immerhin bist du ja angeblich so schlau. Also gib endlich Ruhe und mach was man dir sagt. Sonst überlege ich mir das alles noch mal und du wirst das Spielzeug der Wachen. Und glaube mir, die gehen nicht so sanft mit dir um, wie ich.“ DAS nannte er sanft? Er konnte nur weiter keuchen und versuchen nicht vor Schmerzen zu schreien als ihn der Priester schließlich nach vorne stieß und ihn endlich erlöste.

Schwer atmend fing er sich gerade noch mit den Händen ab, um nicht erneut auf den Steinboden zu knallen.

Ich habe für heute genug von dir.“ Er folgte dem Priester mit seinen Augen als dieser zu einem schmalen Vorhang im hinteren Teil des Zimmers trat und diesen aufzog.

„Hier wirst du bleiben, bis man dich ruft.“ Es herrschte gespannte Stille, als sich blaue und braune Augen erneut trafen und miteinander wetteiferten. Dann gab er nach. Er war zu erschöpft um sich noch weiter zu wehren. Mühsam richtete er sich auf und schritt am Hohepriester vorbei durch die Öffnung. Überrascht sah er sich um. Der kleine Raum war zwar fensterlos, eher eine Nische, aber das Lager darin, das aus einem Felsen der Mauer geschlagen worden war, reichte ihm bis zu den Knien und war mit Decken bestückt worden. Das sah richtig einladen aus und besser als alles, was er in der letzten Zeit als Bett hatte betiteln können.

Als der Vorhand hinter ihm zu fiel und das Licht bis auf einen dünnen Strahl aussperrte, zögerte er nicht mehr länger. Er kletterte auf das Lager und zog eine der Decken über sich. Was konnte er sonst schon großartig tun?

 

Fortsetzung folgt…

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